Interview mit Daniela Mecklenburg vom Kartenschiff

Posted: August 17th, 2012 | Author: | Filed under: Interview | Tags: , , | No Comments »

 

Daniela Mecklenburg wohnt seit ihrem Studium in München und arbeitete sehr erfolgreich als freie Art-Directorin im Bereich Editorial-Design (Zeitschriften- und Magazinentwicklung). Doch die Krise im Printbereich, die Verantwortung einer allein erziehenden Mutter für einen 8-jährigen Sohn und der “Seitenhieb” einer Freundin, haben Daniela dazu gebracht das Kartenschiff zu gründen. Kartenschiff.de ist ein Online-Kartenshop, indem man sich beispielsweise Babykarten, Dankeskärtchen oder Einladungen zum Kindergeburtstag individualisieren kann. Vor knapp einem Jahr ist sie aus dem “hippen” Münchner Glockenbachviertel an den Stadtrand geflüchtet. Ihr Sohn Otto zieht jetzt mit den Nachbarskinder durch die Vorstadt-Gärten, während Daniela versucht mit viel Energie das Kartenschiff langsam auf den richtigen Kurs zu bringen.

 

Personalisierte Einladungen zum Kindergeburtstag auf www.kartenschiff.de

1) Wie kam es zur Idee und zur Gründung vom Kartenschiff?

Wirtschaftskrise. Auftragsflaute. Jobverlust. Die traurige Einsicht: Print stirbt langsam aber sicher. Schon vor gut drei Jahren war mir klar, das es ohne zweites Standbein so nicht weiter gehen würde. Nach einem Aufbaustudium an der Fernuni im Fachbereich “Start-up-Management” habe ich mir nächtelang den Kopf zermartert, was das zweite Standbein wohl sein könnte. Eine Bekannte kam auf mich zu mit neugedruckter Babykarte in der Hand: “Daniela, das kannst du besser!” – Schuster bleib bei deinen Leisten. Gesagt, getan.

2) Hast Du dafür eine Unterstützung bekommen (vom Staat, von der Familie, von Freunden)?

Als “arbeitsloser” Freiberufler gibt es NULL Unterstützung vom Staat. Meine Eltern sind leider beide schon früh verstorben. Ich selbst besitze gar nichts, ausser einen Kopf voller Ideen. Kurzum: es bleiben meine Freunde! Und diese sind mehr als Gold wert! Ein großzügiges Darlehen aus dem Freundeskreis, eine stille Teilhaberschaft, viele tatkräftige Hände und viele, viele unbezahlte freiwillige Arbeitsstunden. Ein “Bilderbuch-Netzwerk”, das sich aus nichts als Hoffnung und Freundschaft nährt. Der totale Wahnsinn, extrem psychischer Druck meinerseits, Freundschaften nicht auszunutzen oder gar zu verlieren.

3) Was findest Du gut und was findest Du Verbesserungsdürftig in Deutschland in Bezug auf das Muttersein, Elterngeld und die Betreuungssituation?

ALLES! Als mein Sohn geboren wurde, gab es noch kein Elterngeld. 6 Wochen nach seiner Geburt musste ich bereits wieder Geld verdienen. Arbeiten konnte ich immer nur dann, wenn der Kleine geschlafen hat. Irrsinn total, keine Ahnung wie wir das überhaupt hinbekommen haben!? Doch eines ist klar: nicht mit Hilfe des Staates! Wir hatten extremes Glück wertvolle Plätze in einem privaten Kindergarten und einer privaten Ganztagesschule zu ergattern. Ohne dieses “Betreuungsglück” hätte ich unser bisheriges Leben nicht meistern können.

4) Welches ist Deine Lieblingszeitschrift?

Ganz klar das Wirtschaftsmagazin “brand eins” – ein Heft das mir seit Jahren Mut macht, das mich zum querdenken animiert und mir Hoffnung schenkt.

5) Welches ist Dein Lieblingsladen (Online und Stationär)?

Das Brauseschwein  und www.laifufu.de,  beide in München

6) Welches Buch liegt auf Deinem Nachttisch?

Die Liebeshandlung von Jeffrey Eugenides. Ich befinde mich bereits im letzten Viertel des Buches, aber auch nur weil ich eine Woche Urlaub hatte.

7) Wohin geht die nächste Reise?

Die Reisekasse ist gähnend leer, die Sommerferien sind noch lang. Noch vor ein paar Jahren konnten wir per Rucksack durch Thailand reisen, jetzt freuen wir uns darauf ein paar Tage an der Adria oder am Gardasee zu zelten. Ich träume davon meinem Sohn irgendwann Afrika und Südamerika zu zeigen.

8)Hast Du ein Lieblingsgericht, dass Du gerne  für Dich und Deinen Sohn kochst?

Ich koche sehr gerne, am liebsten asiatisch. Mein Sohn ist verrückt nach Sushi, sein absolutes Leibgericht. Sein zweites Leibgericht sind frische “Schwäbische Maultaschen”, unser Gefrierschrank ist voll damit und in fünf Minuten steht diese Leibspeise auf dem Tisch! Sehr praktisch, sehr lecker.

9) Was machst Du an einem Kindfreien Tag?

Vor mir liegen drei kinderfreie Wochen! Denn mein Sohn ist bei Oma und Vater in Österreich. Ich werde tagsüber viel arbeiten und abends viel ausgehen, Freunde einladen, den Sommer geniessen, mindestens 10 Kinofilme anschauen, viel Schwimmen und unbedingt Sport treiben.



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