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Anzeigenmotiv von American Apparel sorgt für Kontroverse: geschmacklos oder genial?

Posted: März 27th, 2014 | Author: | Filed under: Lifestyle | Tags: , , , , | Kommentare deaktiviert für Anzeigenmotiv von American Apparel sorgt für Kontroverse: geschmacklos oder genial?

Anzeigenmotiv von American Apparel

Das oben abgebildete Anzeigenmotiv von Amercican Apparel wird in der Modebranche gerade kontrovers diskutiert. Mich erinnert es ein wenig an die Anzeigenkampagnen von Benetton in den 90gern. Auf dem in die Kritik geratenen Anzeigenmotiv vom US-Modelabel American Apparel ist ein Model aus Bangladesh zu sehen, dass nur in einer Jeans bekleidet posiert. Mit dem provokanten Claim „Made in Bangladesch“ soll auf die mitunter sehr schlechten Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken in Bangladesch aufmerksam gemacht werden. American Apparel macht hier auf „reine Weste“ und ist stolz darauf, dass alle Produkte in Los Angeles produziert werden und nicht in Fernost. Allerdings stand das Unternehmen selbst schon in der Kritik aufgrund widriger Arbeitsbedingungen im Sonnenstaat Kalifornien. Außerdem denke ich, dass ausschließlich in den USA produzierte Kleidung zu kaufen, auch keine Lösung des Problems ist. Vielmehr geht es meiner Ansicht nach darum, weltweit bei den Textilproduzenten faire Produktionsbedingungen einzufordern. Dieses Motiv ist übrigens nichts das erste, dass auf Kritik stößt und für große Marken-Awareness für American Apparel sorgt. Hier findet ihr alle Werbekampagnen der letzten Wochen und Monate und könnt euch dazu eure eigene Meinung bilden.

 


Interview mit Martina Jordan von Orfafa.com

Posted: Januar 13th, 2014 | Author: | Filed under: Allgemein, Interview | Tags: , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Interview mit Martina Jordan von Orfafa.com

 

Martina Jordan ist neben Aline Wendscheck eine der beiden Gründerinnen und Macherinnen von Orfafa.com  – der Organic Fair Fashion Seite im Netz mit Anbindung zu ausgewählten Onlineshops aus diesem Bereich und einem Forum mit Diskussionen Rund um diese Themen. Sie ist 34 Jahre alt, lebt gerade in Rio de Janeiro und ist mit einem Brasilianer verheiratet, der als freiberuflicher Fotograf arbeitet. Das Paar hat zwei Töchter, Ana die jüngere ist ein einhalb und Elli ist 6 Jahre.

 

 

1. Zuächst: wie sieht denn so ein „gewöhnlicher“ Arbeitstag von Dir aus? Ich stehe im Moment sehr früh auf und nutze die ruhige Morgenstunden um etwas zu arbeiten. Wenn meine Kinder wach werden, frühstücken wir und gehen meist an den Strand. Nach dem Mittagessen gehen meine Töchter in den Kindergarten und ich setze mich wieder an den Computer. Je nach Bedarf unternimmt mein Mann oder meine Schwiegermutter etwas mit den Kindern, so dass ich ein paar Extrastunden für die Arbeit habe zur Verfügung habe.

2. Was ist die Philosophie von Orfafa.com und wie bist Du auf die Idee gekommen, diese Online-Plattform für Organic Fair Fashion zu gründen? Ich habe mich schon lange über die Missstände in der Modebranche geärgert. Mit Aline Wendscheck, einer langjährigen Freundin, habe ich dann vor etwa vier Jahren überlegt, selbst ein Label zu gründen, dessen Mode man guten Gewissen tragen kann. Mir wurde sehr schnell klar, dass es überhaupt keinen Sinn machen würde, selbst noch ein Label zu gründen und ich erkannte, dass es vielmehr ein Problem gibt, diese tollen Labels und die Leute, die prinzipiell gerne faire, giftfreie, umweltfreundliche Mode tragen möchten, zusammenzubringen. Diese Labels findet man nämlich (noch) nicht in der Einkaufsstraße der Innenstadt. Hinzukommt, dass es gar nicht so leicht ist, den Durchblick zu bekommen: Welchen Siegeln für faire und Biomode kann man trauen und welche sind reines Greenwashing? So entstand die Idee eine Plattform zu schaffen, die das zerstreute Angebot an fairer Biomode auf einer Seite bündelt und auf der sich die Menschen, die Spaß an fair produzierter und ökologisch nachhaltiger Mode haben austauschen können. Orfafa soll aber mehr werden: Wir wünschen uns, dass es eine Plattform wird, auf der man sich Rund um das Thema Organic Fair Fashion austauschen kann: Über die Frage, ob ein Sigel vertrauenswürdig ist genauso wie über die Frage welche Schuhe am besten zu einem Kleid passen. Mode soll weiterhin Spaß machen.

3. Bei Orfafa gibt`s neben Damen- und Männermode auch Green Fashion für Kids. Wie wird das von den Müttern angenommen? Das Feedback der Mütter ist eigentlich sehr gut. Wer sich einmal mit dem Thema Schadstoffen in Kleidung auseinandergesetzt hat, der möchte erst Recht seinen Kindern so giftige Sachen nicht mehr anziehen. Und meist haben die Mütter auch einen Mann oder Freund, der dann auch gerne eine Biojeans und ein paar Shirts hätte…

4. Welches ist Dein Lieblingslabel und wieso? Nur eines auszuwählen fällt mir schwer. Ich mag People Tree sehr gerne. Mir gefallen vor allem die etwas retro-inspirierten Teile des Labels. Das Label zeigt beispielhaft, dass Made in Bangladesh nicht unbedingt für Ausbeutung stehen muss, sondern auch für die Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort. Dieses Jahr habe ich außerdem Monkee Genes für mich entdeckt. Das britische Labels stellt absolut coole Bio-Jeans her – in allen knallbunten Farben. Bei den Kinderlabels mögen wir dänische Label Green Cotton sehr gerne.

5. Dir ist soziale und ökologische Verantwortung sehr wichtig. Wie schaffst Du es, diese in Deinem unternehmerischen Handeln umzusetzen? Bei der Auswahl der Marken, die wir auf Orfafa.com vorstellen achten wir genau darauf, dass sie nicht nur behaupten fair und umweltfreundlich zu produzieren, sondern schauen genau hin. Wir haben eine Kriterienliste erarbeitet, die für User auf unserer Seite veröffentlicht ist. Hauptsächlich orientieren wir uns an Siegeln wie zum Beispiel dem Global Organic Textile Standard (GOTS) oder sehen nach ob eine Modellabel Mitglied einer glaubwürdigen Sozialstandardinitiative wie der Fair Wear Foundation ist. Es gibt aber auch Ausnahmen: Zum Beispiel kleine Modellabels, die ihre Kollektionen noch selbst nähen und dabei Biostoffe verwenden. Oder Fair Trade Projekte. Wir löchern diese Labels mit vielen Fragen und erwarten Transparenz. Auch bei der Auswahl anderer Geschäftspartner achten wir darauf, dass diese umweltfreundlich und fair agieren. Wir haben zum Beispiel ein „grünes“ Webhosting-Unternehmen gewählt, bei dem unser Server mit Ökostrom läuft.  Ein anderes Beispiel ist die Wahl der Bank: Wir sind bei einer Bank, die ihr Geld bewusst gleichermaßen zum Wohl von Mensch und Umwelt einsetzt. Es gibt klare Richtlinien in was investiert werden darf und was nicht.

6. Was sind die Herausforderungen und die schwierigen Hürden die es zu überwinden gilt, wenn man wie Du, fair handeln möchte? Ich denke, es gibt zwei große Probleme. Zunächst einmal muss man sich darüber klar werden, was überhaupt alles nicht fair oder umweltfreundlich ist und was man gerne ändern würde. Viele Menschen kaufen bereits Bio-Eier aus Freilandhaltung, aber beim Kauf von Lederschuhen überlegen sie nicht, woher die Kuh kommt und wie sie behandelt wurde und ob die Gerberei ihre Chemikalien ordentlich entsorgt. Wenn dann das Bewusstsein und der gute Wille da ist, steht man vor dem zweiten Problem: Man muss sich damit auseinandersetzen, was die Alternativen sind. Bei Eiern ist es recht einfach, aber in anderen Bereichen des täglichen Lebens gibt es eine verwirrende Vielfalt von Siegeln. Auch Labels, die gar nicht fair und nachhaltig produzieren, versuchen ihr Image auf nachhaltig und sozial zu trimmen. Sich da überhaupt erst einmal den Durchblick zu schaffen erfordert ein bisschen Arbeit. Und da die meisten Leute ohnehin schon genug um die Ohren haben, vertagen sie dies auf später und kaufen doch erst nochmal in der Innenstadt irgendetwas. Genau an diesem Punkt möchten wir mit Orfafa ansetzen: Es soll einfach werden, sich über faire Biomode zu informieren und Spaß machen. Nur wenn es bequem ist, wird eine größere Anzahl von Konsumenten umweltfreundliche und fair produzierte Mode kaufen.

7. Wie wirst Du als junge Unternehmen im Alltag auch Deiner Rolle als Mutter gerecht? Hast Du neben Orfafa.com noch genügend Zeit für Deine Kinder? Ich denke, dass es für berufstätige Mütter immer schwierig ist, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Der Tag hat schließlich nur 24 Stunden und schlafen muss man auch noch. Ich denke aber nicht, dass es für mich schwieriger ist, als für Mütter die angestellt sind. Ich bin sehr froh, dass ich mir meine Zeit selbst einteilen kann. Ich arbeite sehr viel, aber es gibt selten Dinge, die nicht auch ein bisschen warten können, wenn es einfach mal sein muss. Ich kann mir also einfach mal Zeit nehmen, wenn meine Töchter das brauchen, ohne dass mich Kollegen oder der Chef schief ansehen, weil ich fehle. Manchmal muss ich jedoch zugeben, dass es gar nicht so leicht ist abzuschalten, wenn man von zu hause aus arbeitet. Die Verführung ist groß, doch noch schnell den Computer anzumachen, um eine Email zu beantworten, wenn man sich doch eigentlich den Kindern widmen wollte. So ist es mit der Selbstständigkeit – man arbeitet selbst und ständig. Ich versuche deshalb viel mit meinen Kindern zu unternehmen. Wir gehen an den Strand und auf den Spielplatz, dort fällt es mir leichter abzuschalten.

8. Wie sieht Deine Zukunftsvision für sozial und ökologisch verantwortungsvolles Wirtschaften aus? Was müsste sich dafür noch dringend ändern? Sehr viel. Ich denke, der Wandel muss von beiden Seiten kommen: Einerseits ist es wichtig, dass jeder versucht sein eigenes Verhalten und auch den privaten Konsum möglichst verantwortungsbewusst zu gestalten. Auf der anderen Seite mache ich mir keine Illusionen, dass man allein damit die Welt retten kann. Es muss Unternehmen erschwert werden, ausbeuterisch und umweltzerstörend zu produzieren. Das heißt ganz konkret, dass in vielen Fällen Gesetze verändert werden oder Kontrollen und Strafen verschärft werden müssten. Das bedeutet, dass hier die Politik gefragt ist. In vielen Fällen ist auch die nationale Politik machtlos und die Staaten müssten untereinander Übereinkünfte treffen, um die Wirtschaft besser zu regulieren. Ich bin der Meinung, dass man diesbezüglich zweigleisig fahren muss: Zum einen sollten die Konsumenten große Veränderungen einfordern und gleichzeitig mit ihrem Kaufverhalten die Unternehmen unterstützen, die nachhaltig und fair wirtschaften.

9. Wie bekommst Du „alles unter einen Hut“ und wie entspannst Du Dich? Im Moment mache ich am liebsten einen Strandspaziergang und trinke dann ein Kokoswasser am Kiosk. Aber auch Musik hören hilft mir sehr, wenn ich mal schlecht drauf bin oder ich richtig abschalten möchte.

10. Und wohin geht Deine nächste Reise? Zur Ilha Grande, einem kleinen Paradies in der Nähe von Rio de Janeiro. Auf der Insel sind keine Autos zugelassen, es gibt wunderschöne Strände mit klarem Wasser und vielen bunten Fischen und Seesternen.

 

Vielen herzlichen Dank für das Interview!