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Interview mit meiner „alten“ Schulfreundin Alexandra Ott

Posted: Juni 1st, 2015 | Author: | Filed under: Interview | Tags: , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Interview mit meiner „alten“ Schulfreundin Alexandra Ott

Ali Ott Porträt

Unglaublich, aber kürzlich hatte ich Klassentreffen zum 20. Abi-Jubiläum. Dort habe ich meine Schulfreundin Ali, die mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann in Seeshaupt, am südlichen Zipfel des Starnberger Sees lebt, dazu überredet mir ein Interview für Stylepuppe.com zu geben. Sie ist freiberufliche Grafikdesignerin und hat eben ihre Website gelaunched. Was ich ganz besonders an ihr schätze ist, dass sie absolut menschlich ist, und dabei auch mal über den Tellerrand schaut, wie sie in Frage 8 beweist und unser aller Leistungs- und Konkurrenzdenken sehr in Frage stellt. Ich bin ganz ihrer Meinung, wir sollten uns alle mehr auf unserer Instinkte verlassen!

 

1) Wie bist Du damals auf die Idee gekommen, Dich als Grafik-Designerin selbständig zu machen? Gestaltung und Kunst im weiteren Sinne haben mich schon immer fasziniert. Gerne hätte ich schon mein Abitur in Kunst gemacht, nur leider gab es diesen Kurs auf dem Gymnasium Penzberg nicht und auch die Erstellung der Mappen für die Aufnahme an den Unis und FH´s hab ich während der Kollegstufe zeitlich nicht geschafft. Also habe ich das Thema Grafik zunächst abgehackt. Über andere Design Studien wie Produkt- und Modedesign oder Innenarchitektur kam ich auf den Gedanken eine Schreinerlehre als Basis zu nehmen und anschließend in die Richtung Interior Design zu gehen. Doch schon im ersten Jahr an der Berufsschule war mir klar, das technische Zeichnen ist nicht meins, immer diese exakt geraden Linien und Schnitte erfüllten mich nicht wirklich. Also bin ich doch zurück zur Grafik. Ich legte ein Jahr an einer privaten Zeichenschule in München ein, machte viele Mappen und landete nach Vorauswahl und Aufnahmeprüfungen an einer Grafikschule in München (Berufsfachschule für Grafik & Werbung). Die Idee, mich selbständig zu machen, kam mir durch meine Anstellung in München. Nach dem Studium nahm ich einen Job in einer kleinen Eventagentur (4 Mitarbeiter samt Chef) an, arbeitete dort für Kunden wie GORE, Bayern 3 oder auch Messe München/Ispo. Mein damaliger Chef, Markus Othmer, wollte sich verkleinern und sich auf seine Moderationskarriere im TV konzentrieren und da war ich dann als Grafikerin vor die Frage gestellt worden, freiberuflich für ihn weiter zu arbeiten oder mir einen neuen Job in Festanstellung zu suchen. Ich entschied mich für die freiberufliche Arbeit.

2) Worin siehst Du die Vorteile selbständig zu arbeiten? Ich sehe darin viele Vorteile und Nachteile zugleich. Mit Kindern –  ich habe zwei – lässt sich die Freiberuflichkeit optimal verbinden. Ich kann arbeiten, wann immer es mir zeitlich möglich ist, gern und oftmals auch Nachts. Vor allem von zu Hause aus, das ist ein großer Vorteil, vor allem wenn eines meiner Kinder krank ist. Ich kann mir auch mal Freiräume nehmen ohne jemanden um Erlaubnis oder gar um Urlaub fragen zu müssen. Andererseits kostet es auch oft Überwindung abends nochmals ins Büro zu gehen oder auch mal in weniger guten Zeiten Aquise zu machen. Das ist leider nicht so meine Stärke.

 3) Hast Du Deinen Kindern manchmal ein schlechtes Gewissen gegenüber, gerade wenn`s stressig im Büro ist? Sicher, das hat ja jede Mutter mal. Wenn man dann die Kids von einem zum andern schubst oder aber dem Papa gleich beim Aufsprerren der Haustüre gleich die Kinder in die Hand drückt und hinter sich die Bürotüre zu macht. Noch kurz hinterherruft „Das Essen ist im Kühlschrank. Bis morgen früh.“ Das ist manchmal weniger schön bzw. entspannt.

4) Woher holst Du Dir Deine Inspirationen für die Designs für Deine Kunden? Tja, manchmal weiß ich das selbst nicht so genau. Ich blättere viel in Zeitschriften, gerade wenn ich mal wieder an Broschüren arbeite. Manchmal muss ich aber auch raus hier aus dem Dorf und rein in die Stadt. Das quirlige Leben und die verschiedensten Design an allen Ecken, ob Museum, Ausstellung, oder aber auch Architektur inspirieren mich dann wieder.

5) Hast Du einen Lieblingsdesigner? Falls ja, wer ist es? Grafisch oder modisch gesehen? Modisch betrachtet bin ich mein eigener Designer, ich entwerfe gerne selbst, wenn die Zeit es zulässt und kombiniere Gekauftes mit Selbstgenähmtem. Auch meine Tochter liebt meine selbstgenähten Kleider und Röcke.

6) Hast Du ein Lieblingskleidungsstück? Und falls ja, was ist es? Eigentlich nicht, ich kombiniere aber gerne Strickjacken und -mäntel in sämtlichen Varianten und Farben. Hier hab ich sicher an die 10 bis 15 Stück im Schrank.

7) Online versus Offline: shoppst Du lieber in einer Boutique oder online im Internet? Beides, manchmal muss es schnell gehen und von zu Hause aus, manchmal brauche ich die Läden in der Stadt.

8) Wenn Du eine Sache in der Welt verändern könntest, was würdest Du ändern? Dass man sich manchmal mehr auf seine Instinkte, sein Innerstes verlässt, nicht immer versucht nur irgendwie mitzuhalten, „dem aktuellen Trend, mal wieder auf der Spur.“ Vor allem merkt man das mit den Kindern. Ständig der Vergleich, die Diskussion in Schule und im Alltag. Was sie alles können müssen, was man als Eltern versuchen muss ihnen zu bieten, ein Termin jagt den nächsten nur um allen Standards gerecht zu werden. Manchmal ein Irrwitz!

9) Wie entspannst Du Dich am besten? Meistens wenn ich einen Tag nur für mich hab, die Seele baumeln lassen kann und dem Treiben anderer Menschen zusehen kann. Gerne gehe ich raus in die Natur, im Winter fahre ich gerne zum Skifahren. Manchmal entspannt mich auch so ein Tag mit meiner Familie.

10) Welches Buch liest Du gerade? „Willst du normal sein oder glücklich?“ von Robert Betz. Das lese ich schon etwas länger, weil ich mir die Zeit für ein gutes Buch viel zu selten nehme. Aber das Buch fasziniert in der Tat …

Vielen lieben Dank Ali für das ehrliche und interessante Interview!

Ali Ott mit Samara und Samuel in Berlin 2015


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