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Interview mit Nathali Mack, Designerin und Gründerin von CAPITANA

Posted: Februar 1st, 2013 | Author: | Filed under: Interview | Tags: , , | No Comments »
Heute gibt mir Nathali Mack, die Gründerin und Designerin vom feinen Tuchlabel CAPITANA die Ehre. Sie ist Mutter einer 13-jährigen Tochter und hat mit viel Leidenschaft vor vier Jahren ihr eigenes Label gegründet. Nach ihrer Ausbildung zur Schneiderin hat sie angefangen als Model zu jobben, um ihr Studium zu finanzieren. Das Modeln hat der bildhübschen Designerin auch nach ihrem  Studium so viel Spass gemacht, dass sie ein paar Jahre in diesem Job hängen geblieben ist. Erst nachdem ihre Tochter auf der Welt war, hat sie immer häufiger ein ‚Kribbeln‘ in ihren Händen gespürt. Nathali schneiderte sich die ersten Accessoires aus Resten von Designer-Seidenstoffen und wurde prompt auf ihre hübschen Tücher angesprochen. Daraufhin begann sie die Boutiquen in ihrer nächsten Umgebung zu besuchen und ihnen ihre Tücher zu verkaufen. Das hat so gut funktioniert, dass die Tuch-Liebhaberin sich den Herzenswunsch realisierte und ihr  kleines feines Accessoire-Label CAPITANA gründete.
1) Welches ist Dein Lieblingsshop – online und offline?
Neben den bekannten grossen Online-Stores MyTheresa und Net-a-Porter mag ich Feathers (www.feathersfashion.com), Antonioli (www.antonioli.eu) und Opening Ceremony (www.openingceremony.us) sehr gerne. Als grosse Vintage-Liebhaberin finde ich die Seite von Lunettes (www.lunettes-selection.de) ganz besonders schön. Dort kann man sowohl online als auch in den beiden Geschäften in Berlin phantastische Vintage-Brillengestelle finden. Überhaupt liebe ich es online die ‚Flohmärkte dieser Welt‘ zu entdecken, da gibt es jede Menge Sammlerforen, aber auch tolle Seiten wie zum Beispiel Vestiaire Collective (www.vestiairecollective.com) und Vintage Seekers (www.vintageseekers.com).
Offline gehe ich am liebsten einkaufen, wenn ich selbst auf Reisen bin. Es macht mir Spass in einer fremden Stadt schöne Läden zu entdecken. Meistens verführen mich dann kleine inhabergeführte Boutiquen mit Ihren fein ausgesuchten Sortimenten.
2) Welchen Designer oder welches Label magst Du ganz besonders und wieso?
Da gibt es einige, die ich sehr mag. Dries van Noten ganz besonders, für mich ist er ein wahrer Mode-Künstler. Die ausgefallenen Drucke und Farben haben mir immer schon gefallen. Auch durch seine Kollektionen bin ich zur absoluten Tuch-Liebhaberin geworden. Es gibt 15 Jahre alte Dries van Noten-Teile in meinem Schrank, die ich heute noch trage.
Hermès finde ich als klassisches Label ganz grossartig. Das ist Luxus pur, bestmögliche Verarbeitung feinster Materialien und ein zeitlos schöner Stil.
3) Wie würdest Du Deinen Kleidungsstil beschreiben und wie hat er sich verändert seitdem Du Mutter bist?
Hm…’lässig-schlicht mit einem Schwerpunkt auf Accessoires‘ trifft es vielleicht am besten. Ich kombiniere gerne verschiedene Labels und mixe dabei schlichte Basics mit ausgefalleneren Teilen, beispielsweise von By Malene Birger, Pop CPH, Margiela oder Dries van Noten. Als gelernte Schneiderin und Gestalterin sind mir Material und Verarbeitung sehr wichtig, da fällt vieles von selbst weg. Beim Arbeiten in meinem Atelier oder im Alltag liebe ich bequeme Kleidung und trage meistens Jeans, Sweatshirt und Turnschuhe. Das war schon immer so.
4) Woher bekommst Du Deine Inspirationen für Deine Kollektionen?
Natürlich sind Reisen, mein Garten, Filme, Musik und Kunst Inspirationsquellen für mich. In erster Linie sind es aber ‚Farbgelüste‘ die in mir umherschwirren, eine Art ‚Hunger‘ nach bestimmten Tönen und Musterungen. Aus diesem Appetit entsteht ein Farbkonzept mit dem ich nach Italien reise, um Stoffe auszusuchen. Vor Ort kann es dann auch sein, dass mich Vintage-Seidenprints zu neuen Entwürfen anregen und ich ‚alte Muster‘ in einen neuen Kontext stelle.
5) Von wem bist Du bei der Gründung von Capitana unterstützt worden (Freunde, Familie, Staat)?
Meine Familie hat mich von Anfang an unterstützt. Ich glaube beinahe jedes Familienmitglied hat auf seine Weise dazu beigetragen, dass sich Capitana so kontinuierlich entwickeln konnte. Da ich schon immer selbstständig gearbeitet habe, gab es 2009 bei der Gründung von Capitana leider keine staatliche Unterstützung. Ganz ehrlich glaube ich aber auch, dass der Support von Freunden, Familie und Bekannten das Allerwichtigste ist, um ein Label aufzubauen und vor allem wachsen zu lassen.
6) Wie bringst Du die Arbeit für Dein eigenes Label und Deine Familie „unter einen Hut“?
Mein Atelier befindet sich in unseren privaten Räumlichkeiten, so dass ich für meine inzwischen 13jährige Tochter immer in der Nähe bin und mir Zeit nehmen kann, wenn wir sie brauchen. Das ist im Moment optimal und ich geniesse es sehr, sie auf diese Weise bei mir zu haben, selbst wenn nachmittags jeder ’seinen‘ Dingen nachgeht, ist man doch zusammen.
7) Wie entspannst Du Dich? Und wann nimmst Du Dir Zeit für Dich selbst?
Am besten natürlich auf Reisen, dann nimmt mich alles Neue ein und der Kopf ist schnell frei. Zu Hause habe ich vor ein paar Jahren angefangen neben vielen Blumen auch Obst und Gemüse in unserem grossen alten Garten anzupflanzen. Es ist ein ganz grossartige Tätigkeit, bei der ich an nichts anderes denke, die auch körperlich nicht ganz unanstrengend ist,
bei der ich in der Natur sein kann und mich wie ein kleines Kind über jede Knospe, jedes Salatblatt und jede Zucchini freuen kann!
8 ) Welches Buch liest Du gerade?
‚Die hellen Tage‘ von Zsuzsa Bánk, das Buch einer Frankfurter Autorin, die einen ganz wunderbaren Roman über drei Familien schreibt, deren Kinder sich anfreunden und deren Leben sich miteinander verflechten. Besonders schön ist die Art und Weise, wie sie die Geschichte erzählt. Im Wesentlichen geht es um die klassischen Themen wie Liebe und Verrat, Schuld und Vergebung beziehungsweise, was unseren Lebensweg bestimmt – Schicksal oder Zufall.
9) Hast Du ein Lieblingsgericht, das Du gerne für Deine Familie und Dich kochst?
Wir lieben die einzig-wahre, echte Bolognese-Sauce, wie sie aus Bologna kommt und dort immer noch in den netten kleinen Restaurants serviert wird. Es ist eine reine Fleischsauce, ohne Tomaten und ist etwas aufwändiger zuzubereiten aber die Mühe lohnt sich! Wenn die Zeit knapp ist, bereite ich auch einfache Pasta-Gerichte, wie dieses extrem simple aber leckere Sommer-Rezept: Penne al dente kochen, noch warm zurück in den Topf, eine Packung Frischkäse dazu, umrühren, dann die zuvor geschnittenen (Cocktail) Tomaten, Olivenöl und Basilikum dazu, Pfeffer, Salz fertig und so lecker!! Ansonsten gehe ich im Sommer in den Garten und schaue auf mein Gemüsebeet. Was reif ist, ernte ich und improvisiere ein Abendessen.
10) Und wohin geht Deine nächste Reise?
Eine sehr gute Freundin und ich fahren mit unseren Töchtern zusammen für ein paar Tage an den Gardasee. Das wollten wir schon lange mal machen! Und im Herbst hoffentlich wieder nach Sizilien, dort waren wir als Familie schon mehrmals und es ist im Oktober einfach herrlich!
Vielen herzlichen Dank für das tolle und sehr ausführliche Interview liebe Nathali!
Hier noch ein Blick in ihr Atelier in Frankfurt: